Infos zum Thema Werte

Info für die Teilnehmer zum Vortrag Werte im MOKI

Hallo, so, jetzt die Infos zum Vortrag.

Hier noch ein paar "Tipps", die ich an diesem Abend erwähnt habe.
Nutzen Sie nach Möglichkeit nicht die Wörter:
Nie, Immer, und Aber.
Das Wort Aber lässt sich durch das Wort Und ersetzen!
Das Wort
Nie durch Selten!
Das Wort
Immer durch Häufig!

Und hier noch ein kleiner Text zum Nachdenken

Du bist perfekt, so wie du bist!

In uns Erwachsenen wohnt immer auch eine kindliche Version unseres erwachsenen Selbst, die sich danach sehnt, uneingeschränkt angenommen und gemocht zu werden. Dieses Bedürfnis kennen auch Kinder sehr gut.

Sie sind häufig verunsichert in unserer vielseitigen und schnelllebigen Welt, die sehr auf Leistungsorientierung und Perfektionismus ausgerichtet ist. In dieser Fülle von Einflüssen seinen Platz zu finden und seinen Weg zu gehen, ist eine große Herausforderung. Um sich dieser zu stellen, benötigt man Selbstbewusstsein, innere Stärke und Zuversicht. Diese Eigenschaften entwickeln sich am besten, wenn sich Kinder geliebt, wertgeschätzt und sicher fühlen. Sie profitieren von einer Erziehung, bei der die Eltern regelmäßig in ein „Beziehungskonto“ einzahlen.

Was sich erst einmal sehr sachlich und monetär anhört, ist vielmehr dazu gedacht, die Beziehung zwischen Eltern und Kind zu pflegen, zu festigen und damit eine stabile Basis zu schaffen, mit der auch schwierige und konfliktreiche Phasen des Lebens besser überstanden werden können.

Kinde möchten sich vor allem auch dann geliebt fühlen, wenn sie gerade nicht das machen und nicht so funktionieren, wie es die Erwachsenen gerne hätten. Diese Sicherheit und Geborgenheit können Eltern vermitteln, indem sie ihren Kindern unabhängig von der jeweiligen Situation kleine Beziehungszeichen zukommen lassen. Hier gilt der Grundsatz: Schenken Sie Ihrem Kind mindestens einmal täglich ein gutes Wort und Ihre liebevolle Zuwendung in Form von Komplimenten, mit der Zubereitung eines Lieblingsgerichts oder mit Ihrem gemeinsamen Lieblingsspiel. Um klassische Geschenkt sollte es dabei jedoch nicht gehen, sondern um persönliche Zuwendung in verschiedenster Form.

Ich wünsche Ihnen eine wunderschöne und liebevolle Zeit mit Ihren Kindern,Beste Grüße und eine gute Zeit wünscht
Berthold Rieke

Was sind Werte? Eine Definition.

War früher alles besser? Oder war es früher einfach nur anders als heute? Wenn wir über solche Fragen nachdenken, schwingt das Thema Werte immer mit, denn ob wir etwas gut oder nicht gut finden, hat mit unseren Werten zu tun. Wir bewerten auf der Grundlage unserer persönlichen und gesellschaftlichen Werte. Was einfach klingt, ist bei jedoch näherer Betrachtung etwas komplizierter, wir benötigen eine Definition.

Werte sind Ideen und Überzeugungen, die für Menschen und Gemeinschaften wichtig sind. Sie entwickeln sich aus historischen, kulturellen und sozialen Zusammenhängen. Wissenschaftlich gesehen sind Werte z.B. von Normen und Regeln zu unterscheiden, aber für den Alltag von Eltern und Familien haben diese feinen Unterscheidungen eigentlich keine Bedeutung. Für den Alltag können wir einfach sagen: Werte sind unser innerer Kompass. Sie geben uns Orientierung und ermöglichen uns, unser eigenes Handeln und das von anderen Menschen einzuschätzen und auch sonstige Bewertungen vorzunehmen, z.B. ob wir gesellschaftliche Entwicklungen gut finden oder nicht. Diese weite Definition von Werten erlaubt uns, das Thema direkt auf unser Leben und unseren Alltag zu beziehen.

Persönliche und gesellschaftliche Werte

Für ihre Werte wollen Menschen leben und eintreten: Wer beispielsweise Gerechtigkeit als Wert erlebt, möchte sich auch selbst als fairen Menschen wahrnehmen. Und auch auf der gesellschaftlichen Ebene haben gemeinsam geteilte Werte eine verbindende Funktion und regeln unser Zusammenleben, hierzu gehören bspw. Demokratie und weitere, auch gesetzlich definierte Rechte und Pflichten. Und natürlich gibt es enge Zusammenhänge zwischen unseren persönlichen und gesellschaftlichen Werten. Gemeinsam geteilte Werte legen sozusagen die Spielregeln für Gemeinschaften fest, seien es nun Familien oder ganze Länder. Menschen müssen sich also nicht nur ihre persönlichen Werte bewusst machen, sondern auch, an welche Werte wir uns als Gesellschaft gemeinsam binden. Und um genau diese Fragen von Eigenständigkeit und Gemeinschaftsfähigkeit geht es auch in der Erziehung von Kindern, denn Eltern wollen ihnen beides mitgeben

Vier Werte tragen Kinder ein Leben lang

Gleichwürdigkeit
Eins vorneweg: Gleichwürdigkeit bedeutet nicht, dass die Führungsrolle zwischen Eltern und Kindern verteilt wird. Die Führung verbleibt natürlich bei den Eltern. Gleichwürdigkeit bedeutet vielmehr, dem Kind zu vermitteln, dass Menschen jeden Alters von gleichem Wert sind. Man respektiert gegenseitig die persönliche Würde und Integrität.
Viele Eltern wurden in ihrer eigenen Erziehung als Objekt behandelt. Wenn sie etwas taten, das verboten war, folgte eine Strafe. Strafen lassen das Kind an seinem Wert zweifeln. Etwas völlig anderes ist die Konsequenz, daraus lernt ein Kind. Wer auf einem Stuhl herumklettert, herunterfällt und sich eine Beule holt, wird beim nächsten Mal seine körperlichen Fähigkeiten nicht noch einmal überschätzen. Umgekehrt kann man natürlich auch nicht die elterliche Fürsorgepflicht verletzen, indem man sein Kind wissentlich in einer gefährlichen Situation belässt. Aber sich des Unterschieds zwischen Konsequenz und Strafe bewusst zu sein, ist ein Aspekt, die Gleichwürdigkeit nach Jesper Juul in der Erziehung umzusetzen.

Integrität
Häufig sagen wir „Ja“, wenn wir eigentlich „Nein“ meinen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Wir wollen den Konsens in der Familie und den Konflikt vermeiden. Aber tut es der Familie gut, wenn ein Familienmitglied die eigenen Bedürfnisse ständig verneint, um des lieben Friendens willen? Jesper Juul findet, dass eine familiäre Gemeinschaft umso stärker ist, je eher sich der einzelne als Individuum definiert. Die physischen und psychischen Grenzen von Kindern und Jugendlichen wurden über Jahrhunderte systematisch unterdrückt, die Eltern haben also völlig andere Erfahrungen in ihrer eigenen Kindheit gesammelt. Wer geliebt werden wollte, musste seine Bedürfnisse unterdrücken und den Forderungen der Eltern nachkommen.
Wenn ein Kind andauernd entgegen seiner wahren Bedürfnisse kooperiert, kann dies langfristig zu selbstzerstörerischem Verhalten führen. Oder es stellt die Kooperation vollständig ein und wird „schwierig“.
Statt dem Kind Grenzen aufzuzeigen, zeigen besser Eltern ihre eigenen Grenzen auf: „Mach bitte die Musik leiser, sie ist mir zu laut“, statt allgemein auf leise Musik zu bestehen und mit Strafe zu drohen. An einem anderen Tag in einer anderen Situation ist es vielleicht für alle akzeptabel oder sogar erfreulich, wenn laute Musik im Haus ertönt.

Authentizität
Eltern wollen es gut machen und neigen manchmal dazu, die Rolle zu spielen, die sie für die richtige halten. Viel besser ist es, wenn Eltern authentisch sind. Statt Lob und Tadel gemäß der eigenen Rolle zu verteilen, zeigen Sie dem Kind doch besser ehrlich, was ihnen gefällt und was nicht. So lernt das Kind die Botschaft, dass es in Ordnung ist, so zu sein, wie man ist. Kinder lernen durch Nachahmung und Imitation.
Leider haben die allermeisten Eltern keine Authentizität in der eigenen Erziehung erlebt, so ist es schwierig für sie, dem Kind diese Einstellung durch Vorleben zu vermitteln.

Verantwortung
Verantwortung bedeutet für Jesper Juul, dass die Eltern für die Qualität der Beziehungen in der Familie verantwortlich sind und nicht das Kind. Manche Eltern beschweren sich, dass ihre Kinder die Familie wie ein Hotel benutzen, sie wünschen sich, dass das Kind mehr Aufgaben und Pflichten übernimmt. Kinder sollen, so Jesper Juul, lernen, das es von Bedeutung ist, wenn sie einen Einsatz in ihrer Familiengemeinschaft leisten. Schon kleine Kinder freuen sich, wenn sie einen Beitrag leisten dürfen, der einen konkreten Sinn und Nutzen für die Familie hat. Hilfe aus reiner Pflicht heraus (Du bringst jeden Tag den Mülleimer heraus) wird von Kindern als wenig sinnbringend erlebt. Kinder sollen im Laufe ihres Lebens lernen, dass Liebe nicht nur nehmen bedeutet, sondern auch geben. Wenn Eltern ihre Liebe und Fürsorge ausdrücken, indem sie alle im Haushalt anfallenden Aufgaben für das Kind erledigen, so wird es nicht in seine Aufgaben hineinfinden. Wer die Kinder an die Übernahme von Aufgaben heranführt, muss andere Wege finden, seine Liebe und Fürsorge auszudrücken.

Bücherliste

  • Vier Werte, die Kinder ein Leben lang tragen von Jesper Jull
    Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH; Auflage: 4 ISBN-13: 978-3833845338

  • Familienkonferenz: Die Lösung von Konflikten zwischen Eltern und Kind von Thomas Gordon
    Taschenbuch: 384 Seiten ISBN-10: 9783453602328

  • Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens von Marshall B. Rosenberg
    Verlag: Junfermann Verlag; Auflage: 12 (20. September 2016) ISBN-10: 9783955715724

  • Pubertät - wenn Erziehen nicht mehr geht: Gelassen durch stürmische Zeiten von Jesper Juul
    Gebundene Ausgabe: 208 Seiten ISBN-13: 978-3466308712

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