Stottern (Balbuties)

Was ist das?

Stottern ist eine komplexe Kommunikationsstörung die grundsätzlich 3 Primärsymptome (Kernsymptome) und eine individuelle Anzahl an Sekundärsymptomen (Begleitsymptome) aufweisen kann.

Kernsymptome

  • Repetitionen (Wiederholungen)
    Wiederholungen von Lauten, Silben und einsilbigen Wörtern; häufig mit Spannung; häufig schon bei beginnendem Stottern

  • Prolongationen (Dehnungen)
    unpassende Verlängerungen der Lautproduktion und/ oder des Atemflusses, "Einfrieren" in der Artikulationsstellung

  • Blocks (Blockierungen)
    "stumme" Pausen, Unterbrechung der Lautproduktion, meist mit deutlicher Anspannung, weniger bei beginnendem und mehr bei chronischem Stottern

Begleitsymptome

  • Vermeide- und Aufschubverhalten
    das Stottersymptom wird aufgeschoben oder umgangen, ohne dass der Sprechfluss abbricht bspw. durch Verwendung von Synonymen, Umschreibungen, Themenwechsel, Einschub von Flickwörtern wie "ähm" oder Wiederholungen von Satzteilen uvm.

  • Fluchtverhalten Verhalten,
    dass das Stottersymptom schnell beenden oder kaschieren soll bspw. durch Anspannungen/ Mitbewegungen im Gesicht/ der Extremitäten (Parakinesen) oder durch Erhöhung des Sprechtempos uvm.

  • Innere und vegetative Begleitsymptome
    Emotionen wie Angst, Scham, Wut, Hilflosigkeit oder negative Sichtweisen/ Denkweisen über Kommunikation oder vegetative Reaktionen wie Erröten, Schwitzen, Herzklopfen uvm.

Therapie

Grundsätzlich muss eine gute Informationsvermittlung stattfinden, denn Stottern ist nicht oder nur bedingt"heilbar".
Allerdings ist es immer möglich die flüssigen Anteile des Sprechens deutlich zu erhöhen und durch eine gute kompetente Therapie die Angst vor dem Sprechen zu verringern oder sogar ganz abzuschalten.Vor allem muss die Therapie an die Möglichkeiten des Patienten angepasst sein. Ziele sollten im Voraus besprochen werden. Die Therapie ist meist längerfristig und umfasst vielseitige Methoden in allen Bereichen der Kern- und Begleitsymptomatik. Ebenso spielen Übungen "draußen", das heißt im Alltag, eine wichtige Rolle.

Zusammengefasst sollte eine möglichst große Sprechnatürlichkeit erzielt oder erhalten werden. Die Kommunikation sollte möglichst flüssig und angstfrei sein. Der Betroffene sollte eine möglichst hohe Lebensqualität und Teilhabe erzielen.

Tinnitus

Tinnitus

  • Bevor Sie mit einer Tinnitustherapie beginnen können, brauchen wir einen aktuellen Hörbefund.
    In bestimmten Fällen übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten Anteilig oder ganz für die Behandlung.
    Daher melden Sie sich bitte vor dem Arztbesuch bei mir.

  • Was ist das?
    Tinnitus ist der medizinische Fachausdruck für Ohrgeräusche oder Ohrensausen. Jeder Vierte von uns hat dieses Phänomen schon mal wahrgenommen. Meistens ist es glücklicherweise nur vorübergehend. Oft wird es als Pfeifen, Rauschen, Zischen oder Summen erlebt.

  • Ursachen
    Als Ursachen kommen Hörbeeinträchtigungen, Lärmschäden, Morbus Menière (Drehschwindel) und andere organische Erkrankungen in Betracht. Auch der Hörsturz ist oft von einem Tinnitus begleitet. Probleme mit der Halswirbelsäule oder im Zahn-Kiefer-Bereich können auslösende oder verstärkende Ursachen sein. Neben medizinischen Ursachen vermuten die Hälfte aller Betroffenen Lärm und Stress als Auslöser.

  • Das Tinnitusretraining
    Suchen Sie sich einen Arzt des Vertrauens. Aber: Geben Sie Ihre Verantwortung nicht beim Arzt ab. Scheuen Sie nicht, auch psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Machen Sie Ihren Tinnitus nicht zum Lebensmittelpunkt. Und ziehen Sie sich nicht zurück.
    Die Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) ist ein wissenschaftlich begründeter Ansatz zur Behandlung von chronischem Tinnitus. Die Therapie basiert auf der Grundlage des "Neurophysiologischen Models nach Prof. Jastreboff (USA)".
    Die Methode hat ergeben, dass man den Tinnitus aus dem Bewusstsein verdrängen kann

  • Klangtherapie in Anlehnung nach Peter Hess® als Unterstützung.
    Zur Unterstützung der Hörtherapie nutze ich die Klangtherapie in Anlehnung nach Peter Hess® an. Hierzu werden hochwertige Klangschalen und Gongs eingesetzt, die die therapeutischen Prozesse unterstützen. Durch den bewusst erlebten Klang eröffnen sich Ihnen neue Wege im Umgang mit dem Tinnitus.

  • Tinnitus und Hypnosetherapie
    Dr. med Rüdiger Steinriede, HNO-Arzt, schreibt in seinem Buch „Medizinische Hypnose bei Tinnitus und Hörsturz“ (Carl-Auer-Verlag, 2002) einleitend:
    Tinnitus und Hörsturz sind wichtige neue Indikationsbereiche für die medizinische Hypnose. Frühzeitig angewandt, lässt sich mit ihrer Hilfe in der Mehrzahl der Fälle von Hörsturz das Gehör wieder vollständig herstellen. Bei der Behandlung von Tinnitus zeigt die Methode ebenfalls erstaunliche Erfolge.

Stimmtherapie

Es handelt sich hierbei um Erkrankungen der Stimme, die durch eine Störung des Stimmklanges und der stimmlichen Leistungsfähigkeit gekennzeichnet sind. Als Ursachen von Stimmstörungen kommen vielfältige Faktoren in Frage.

Ursachen von Stimmstörungen

Funktionelle Ursachen: durch akuten oder gewohnheitsmäßigen Fehlgebrauch der Stimme (z.B. durch zu starke Anstrengung, übermäßigen, zu langen oder zu lauten Stimmgebrauch, zu hohe oder zu tiefe Stimmgebung)

Psychische Ursachen: z.B. durch psychosozialen Stress

Hormonelle Ursachen: Störungen des hormonalen Systems

Organische Ursachen : z.B. nach Lähmungen des Kehlkopfnervs

Erscheinungsbild

Es kommt zu einer eingeschränkten Belastbarkeit der Stimme und zu andauernden oder vorübergehenden Klangveränderung der Stimme (Heiserkeit, brüchiger, belegter, knarrender oder verhauchter Stimmklang, Aphonie (Wegbleiben der Stimme)).

Verspannungen und Fehlstellungen der Zunge, der Lippen, des Unterkiefers, der Gesichts-, Hals-, Rachen-, Nacken-, Schulter- und evtl. der gesamten Körpermuskulatur (damit verbunden häufig Kloßgefühl im Hals) beeinträchtigen ebenfalls die Stimmfunktion und damit den Stimmklang.

Häufig liegt auch eine gestörte Atmung in Ruhe, beim Sprechen und/ oder beim Singen (z.B. Schnappatmung mit hörbarem Einziehen) vor.

Eine enge Artikulation mit geringen Kieferöffnungsbewegungen und unzureichende Lippenbewegungen wirken sich negativ auf den Stimmgebrauch aus.

Organische Veränderungen der Stimmlippen (ugs."Stimmbänder") wie z. B. Stimmlippenknötchen sind als Folge dauerhaften falschen Stimmgebrauchs nicht selten.

Logopädische Therapie

Nach eingehender Untersuchung wird gemeinsam mit dem Patienten ein individueller Therapieplan aufgestellt. Es werden je nach Art und Ausprägung der Stimmstörung unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Ziel ist es, einen möglichst funktionsgerechten und ökonomischen Stimmgebrauch zu erreichen, um eine tragfähige, resonanzreiche Stimmgebung zu ermögliche.

Es wird dabei in folgenden Bereichen gearbeitet:

Persönlichkeit (psychische Ursachen), Tonus (z.B. Entspannungsübungen, Lockerung), Atmung, Stimmgebung (bspw. Verbesserung der Resonanz) und Artikulation.

Die Therapie findet meist 2 mal wöchentlich in Einzelsitzungen statt (ca. 40 Min.).

Eine enge Kooperation mit dem Arzt (meist Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder Phoniater) während der Behandlung ist selbstverständlich. Der Arzt stellt anfangs mittels spezieller Untersuchungen des Kehlkopfes fest, ob eine Stimmstörung vorliegt und eine logopädische Therapie notwendig ist.

Die logopädische Behandlung von Stimmstörungen erfolgt in der Regel nach ärztlicher Verordnung (privat und alle Kassen).

Kennen Sie die Situation, dass Ihre Stimme schnell ermüdet, dass Sie beim Sprechen vielleicht öfter außer Atem sind, dass Ihre Stimme wenig belastbar ist?

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, oder Beratung wünschen, schreiben Sie uns oder rufen Sie einfach an.